Liebe
Leser,
das
Thema Katzenschupfen ist und bleibt eines der häufigsten Probleme in
Katzenzuchten.
Wie
bei jeder viralen und bakteriellen Erkrankung zeigt sich auch hier wieder, dass
die Hygiene in einem Zuchthaushalt eine grosse Rolle spielen muss. Es danken
uns nicht nur unsere Samtpfoten, sondern langfristig all die Liebhaber und
anderen Züchter, die von uns gesunde und wesensfeste Katzen bekommen, an denen
sich alle Beteiligten ein Katzenleben lang erfreuen.
Ich
möchte darauf hinweisen, dass ich kein Tierarzt bin. Diese Zusammenfassung
dient dazu, sich über mögliche Krankheitssymptome bei den Katzen Gedanken zu
machen, diese vielleicht etwas besser zuordnen zu können und die Notwendigkeit
umgehend einen Tierarzt aufzusuchen, klarzumachen.
Quelle : Prof. Dr. Horzinek
Virusinfektionen bei Katzen
Diese Virus- bzw. bakterielle Erkrankung, die nicht nur den
Atmungsapparat, sondern auch die inneren Organe befallen kann, ist in vier
Unterabschnitte zu unterteilen.
1. Virale Erkrankungen des Respirationstraktes (Atmungsorgane) werden meistens von ein oder
zwei Virenarten hervorgerufen: dem
"Felinen Herpesvirus" FHV-1 (Felines Rhinotracheitisvirus) und dem
"Felinen Calicivirus" FCV.
2.
Chlamydia-psittaci-Infektion Auf diesen Erreger ist meistens eine
Konjunktivitis (Augenbindehautentzündung) zurückzuführen, er kann aber auch
respiratorische Symptome verursachen.
3.
Bordatella-bronchoseptica-Infektion Bordatella kommt häufig als Erreger
einer sekundär Infektion (Zweit- bzw. Nachfolgeinfektion, nach einem
Erstbefund) in Betracht. Es gibt allerdings auch die Vermutung, dass Bordatella
als primäres Pathogen (Erst-Erkrankung) in Frage kommt.
4.
Mykoplasmose Mykoplasmen spielen die Hauptrolle bei Sekundärinfektionen,
allerdings auch zunehmend als Primärinfektion.
5.
Verschiedene andere Erreger Ausserdem sind noch einige
Bakterien als Sekundärerreger zu beachten: Staphylokokken, Streptokokken,
Pasteurellen und koliforme Keime. Auf diese werde ich jedoch hier nicht näher
eingehen.
Bevor
ich Ihnen die näheren Eigenschaften der eben vorgestellten Viren und Bakterien
erläutere, möchte ich Ihnen erst einmal das allgemeine Krankheitsbild des
"Katzenschnupfens" darstellen, mit dem wir als Züchter und Liebhaber
in der Regel im Umgang mit Katzen konfrontiert sind. Bitte bedenken Sie, dass
das klinische Bild des "Katzenschnupfens" meistens eine Kombination
der zuvor genannten Erreger ist.
Wie
der Name schon sagt, ist eines der ersten auffälligen Symptome das Niesen der
Katze. Die meisten Katzen niesen nicht wegen einer Erkältung, sondern wegen
einer viralen Infektion. Dieses wird häufig noch verstärkt in Zusammenhang mit
Bewegung oder Aufregung und oder Stress (Katzenausstellungen, Veränderungen in
der bestehenden Katzengruppe (Rolligkeit, neue Tiere, Hierachieänderungen,
Trächtigkeit, Laktationszeit und evtl. viele Jungtiere). Die Folge ist, dass es
um so schneller zu einer Ausbreitung der Viren in der unmittelbaren Umgebung
der Katze kommt. Das Allgemeinbefinden des Tieres ist zu diesem Zeitpunkt
meistens noch absolut unauffällig. Mit zunehmendem wässrig dünnem, später
schleimigem bis eitrigem Nasenausfluss werden die Tiere matter und es tritt
Fieber bis zu 40 °C auf.
Schon
zu Beginn der Erkrankung, die in drei Phasen unterteilt wird, sind nicht nur
die Nasen- und Mundschleimhäute entzündet, sondern auch die des Auges. Die
Bindehäute sind tränenfeucht, geschwollen und später auffällig gerötet. (Achten
Sie darauf, ob die Katze wässrige „schwimmende“ Augen hat. Innerhalb weniger
Tage wird der Katarrh (seröse Entzündung der Schleimhäute mit Beimengung von
viel Schleim- und Gewebe-/Zellresten) zunehmend zähflüssig bis eitrig. Die
Nasenlöcher der Katze verkrusten so weit, bis sie nicht mehr durch die Nase
atmen kann. Die Augen sind so geschwollen und mit Sekreten verklebt, dass sie
sie nicht mehr öffnen kann. Die Katzen oder Kätzchen versuchen nun, sich von
ihrer Behinderung zu befreien, verschmieren ihr Fell im Brust- und
Pfotenbereich mit den eitrigen Sekreten und schaffen es dennoch nicht, sich zu
reinigen und Linderung zu verschaffen.
Um den
5. Tag herum erreicht die Erkrankung ihren Höhepunkt: Die Tiere verweigern die
Nahrungs- und Wasseraufnahme. Da die Katze normalerweise durch die Nase atmet,
die jetzt völlig verstopft ist, muss sie auf Mundatmung umschalten, dadurch
können die Entzündungsprozesse absteigen und die Bronchien, selten auch die
Lunge in Mitleidenschaft ziehen. Husten ist die Folge. Häufig kommt es auch zu Schäden der
Mundschleimhaut. Bläschen bilden sich, diese formieren sich zu grossen Blasen,
platzen auf und bilden geschwürige Wundflächen. Heilungsaussichten bei diesen
Patienten gelten als sehr schlecht, bakterielle Sekundarinfektionen
verschlimmern das Ganze noch mehr. (siehe auch unter Zahnfleischerkrankungen
der Katze und unter Interferon Omega) Es handelt sich also einwandfrei NICHT
um eine Bagatell-Erkrankung, sondern um eine Krankheit, die schnell
einen chronischen Verlauf nimmt und deren Folgeerkrankungen, wie z.B.
Entzündung der Stirnhöhlen, monatelang fortdauern können.
Der
reguläre Krankheitsverlauf dauert 10 – 14 Tage, häufig aber auch sehr viel
länger.
I. a) Herpesviren "FHV-1:
Ätiologie
Das feline Herpesvirus 1 (FHV-1) ist
ein Erreger des Katzenschnupfenkomplexes.
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HERPES |
Ziege |
Schwein |
Katze |
Hund |
Vogel |
|
|
Alphaherpes |
||||
|
Typ |
CHV-1 |
SHV (ADV) |
FHV- 1 |
CHV- 1 |
|
|
Verlauf |
wie BHV-1 |
Aujeszky'sche Erkrankung |
Rhinotracheitis "Katzenschnupfen" |
Welpensterben |
ILT |
|
Persistenz |
lebenslang |
||||
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Sympto- matik |
|
Ferkel: ZNS,
Generalisierung; hohe Mortalität! Läufer: Respira- torische Probleme
Sau: Abort, |
Fieber, Rhinitis Conjunktivitis Maul/Mukosa- Veränderung ~
Abort, ZNS |
Welpen: letal wg. niederer KT. Hunde: respiratorische P
Genitalinfekt |
respiratorische Erkrankung; Legeleistung V ~ Mortalität |
|
Inkubations- zeit |
2 - 6 Tage |
2-5 Tage |
2 - 4 Tage |
4 - 6 Tage |
6 - 12 Tage |
|
Anfälliges Alter |
|
Lebenslang Ferkel besonders |
lebenslang |
Primär Neugeborene |
3 Wo. - 2 Jahre max: ~ 10Wo. |
|
Nach Erkrankung |
|
Gg. bessere Immunität
als bei anderen Herpes |
mäßige Immunität |
mäßige Immun. matern./kolostr. Ab |
bessere Immunität aber kein guter Schutz !! |
|
Diagnose |
|
Div. Organe, Tonsillen Serologie |
Tupferprobe Isolierung Serum-Paar: Serol |
Tupferprobe Organe Zellkultur |
Tupfer: Tracheal-schleim; Läsionen => Brutei |
|
Prophylaxe |
|
Keulen |
Impfung Kombiimpfstoff |
Kaiserschnitt Wärme!! passive Immunisierung |
|
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Notes |
|
Anzeigepflicht |
Tierheim-Stress reaktiviert |
|
|
Epidemiologie
Das Virus ist weltweit
verbreitet und ist meist nur für junge Katzen pathogen. Übertragung durch
direkten Kontakt. Inkubationszeit ca. 2 bis 4 Tage.
Einmal infizierte Tiere
bleiben meist lebenslang infizierte Virusträger, potentielle Virusausscheider
und Ansteckungsquelle für empfängliche junge Katzen.
Pathogenese
Nach respiratorischer
Aufnahme vermehrt sich das Virus primär in den Schleimhautepithelien der oberen
Luftwege. Eine Virämie ist selten und führt manchmal zur Generalisierung.
Klinik
An klassischer feliner
Rhinotracheitis erkranken meist Katzen im Alter von 6 bis 12 Wochen (nach dem
Verschwinden der maternalen Ab). Für ältere, immunsupprimierte Katzen kann
diese Erkrankung jedoch auch ein Problem darstellen.
Neben Fieber und
Nasenausfluss findet man häufig eine Konjunktivitis, die dann auch in eine
chronische Sinusitis übergehen kann. Sekundärinfektionen sind selten.
Diagnose
Der Erreger lässt sich
aus den Sekreten des oberen Respirationstraktes und der Augen isolieren.
In felinen Zellkulturen
vermehrt er sich mit cpE.
Typisierung mittels
spezifischem Antiserum (SN, IF).
Bekämpfung
Das Virus ist in
Kombinationsimpfstoffen gegen den Katzenschnupfen enthalten, führt aber nur zu
einer systemischen Immunantwort ohne Schleimhautbeteiligung.
Die Impfung schützt nur
vor einer ernsten Erkrankung, nicht aber vor der Ansteckung mit dem
Wildvirus.
FHV-1 ist relativ labil in äusserer Umgebung, die Überlebenszeit
beträgt, abhängig von Temperatur und Luftfeuchtigkeit, bis zu 24 Stunden. FHV-1 scheint ausschliesslich Katzenartige
zu befallen. Isolate wurden bei Hunden entdeckt, der Zusammenhang ist jedoch
unklar. Ebenso braucht man KEINESFALLS
zu befürchten, sich bei einer infizierten Katze anzustecken! Auch Menschenbabys
oder Kinder bekommen keinen Katzenschnupfen.
Die Eintrittspforte des FHV-1 sind Nase, Mund und Augen. Es vermehrt
sich in den Zellen der Schleimhäute und breitet sich dann bis zu den
Rachenmandeln und der Luftröhre aus.
Eine Virämie (Verteilung des Virus im Körper durch den Blutkreislauf)
wurde nur bei Katzenwelpen beobachtet. Deren Prognose sieht nicht sehr
vielversprechend nach einer Infektion aus!
Grosse Mengen hochinfektiösen Virus werden mit den Schleimhautsekreten
ausgeschieden. Bei einer Erstinfektion
hält die Ausscheidung drei Wochen und länger an! Schon in weniger als sechs Monaten können Tiere erneut an einem
FHV-1 Infekt erkranken.
1. b) Felines Calicivirus "FCV"
Das FCV ist in seiner Umgebung stabiler als das FHV-1. Bei
Zimmertemperatur hält es sich in trockener Atmosphäre 8 Tage lang und in
feuchter 10 Tage. Alle gängigen
ph-niedrigen Desinfektionsmittel können zur Entseuchung verwendet werden.
Das FCV wird über den gleichen Infektionsweg wie FHV-1 aufgenommen und
ist als genauso infektiös anzusehen. Es wird jedoch nicht nur die Sekrete der
Schleimhäute ausgeschieden, sondern auch über Urin und Kot.
Gerät ein FIH-Virus oder eine FCV-Variante in eine gesunde, nicht immune
Katzengesellschaft, erkranken nicht alle Tiere auf einmal und gleich schnell. Lebensalter
und der Allgemeinzustand der Katze beeinflussen die Symptomausprägung.
"Virusmutterschiffe" und die Bedeutung einer Infektion für
eine Katzenzucht
Eine Katze, die nach augenscheinlicher Genesung immer noch Viren
ausscheidet, nennt man "Virusträger" oder
"Dauerausscheider". Nicht jede Katze wird unweigerlich zu einem
Dauerausscheider!
Das Charakteristische eines "Trägerstatus" nach einer FHV-1
Infektion ist, dass Herpesviren in Schüben, also nicht ständig ausgeschieden
werden. Während dieser Ausscheidungsperiode ist die Trägerkatze HOCHINFEKTIÖS
für empfängliche Tiere. Die Schübe erfolgen ohne erkennbaren Grund, sind aber
besonders häufig in Stresssituationen (z.B. Katzenausstellung, Deckung, Geburt,
Laktation, etc.).
Die Virusausscheidung beginnt 4 – 11 Tage nach dem Stresszeitpunkt und
dauert etwa 7 Tage an. Da 80% genesener FHV-1 infizierter Katzen zu Trägern
werden, ist eine Selektion sehr schwer praktizierbar. Um das Ausmass des
Virusträgertums in der Zucht abzuschätzen, muss man allen Tieren des Bestands
Rachentupferproben entnehmen (Sie werden auf das Vorkommen o.g. Viren
untersucht). Bedeutsam ist, dass bei Untersuchungen Befund positive Katzen
einen kerngesunden Eindruck machten, also gegebenenfalls auch verkäuflich
gewesen wären.
Es gehört wenig Phantasie dazu, sich auszumalen, was ein solches
"Virusmutterschiff" in einer virusfreien Zucht anrichten kann!
In der Praxis heisst das wie immer: Achten Sie darauf, woher Sie eine
Katze kaufen. Achten Sie darauf, dass die Katze frühestens 1 Woche nach der 2.
KS/KS-Impfung bei Ihnen einzieht. Viele Züchter schlagen eine Quarantäne von
mindestens 2-3 Wochen jeder neuen Katze vor.
Therapie
Virostatika aus der Veterinär- wie Humanmedizin scheinen nur dann
zu helfen, wenn sie frühzeitig und
konsequent über einen längeren Zeitraum angewendet werden. Unterstützend ist
eine Therapie mit Baypamune. Die Anwendung von Zovirax-Augensalbe ist
mindestens in der Schweiz umstritten. Triherpine Augentropfen und eine
langandauernde Behandlung mit Interferon, kombiniert mit einem
Breitspektrumantibiotikum (Synolux etc.), um bakterielle Sekundärinfektionen
einzuschränken, ist eine neuere Therapieform.
(Bei der Gabe von Tetrazyklin oder Doxyzyklin bitte vorsichtig sein.
Tetrazyklin ist vor allem bei Kitten vor dem Zahnwechsel nicht angebracht, da
es zu Zahnverfärbungen führen kann. Die Substanzen können bei intravenöser Gabe
zum Schock führen und bei subkutaner zu Abszessen. Die orale Gabe ist
vorzuziehen, kann jedoch zu starken Reizungen der Magenschleimhaut
führen).
Achtung! Diese Beschreibung ist KEINE Aufforderung zur
Selbstmedikation. Diese gehört absolut in die Hände Ihres Tierarztes. Sie dient
Ihnen lediglich zur näheren Information (und ein kleines bisschen auch der
Kontrolle).
Unterstützend wirkt auch eine tägliche Gabe von Vitaminen
(A, B, C und B12) und L-Lysine 500 mg/täglich
Am besten erholt sich die Katze natürlich in gewohnter
Umgebung bei ihrem Besitzer, denn Katzen reagieren sehr positiv auf persönliche
Zuwendung.
Zusätzlich zur medikamentösen Betreuung ist es sehr sinnvoll
mit der Katze zu inhalieren. Ausgezeichnet vertragen die Katzen das Inhalieren
mit Meersalz abwechslungsweise mit Kamillentee. Auch Inhalationskapseln aus der
Humanmedizin sind möglich, allerdings ist darauf zu achten, dass die Dosierung
der Katze angepasst wird, da die in diesen Kapseln enthaltenen ätherische Öle
die Schleimhäute reizen können. Achten
Sie bitte darauf, dass die Katze beim Inhalieren in einem separaten Raum ist
und nicht durch andere Katzen gestört wird oder dass sich eine andere Katze mit
dem heissen Wasser verbrennt!
Sie nehmen einen Kennel (Transportkorb), legen eine weiche
Unterlage, Tuch oder Matte hinein und setzen die Katze in den Transportkorb.
Zwischenzeitlich haben Sie einen grossen Topf mit kochendem Wasser und je nach
Menge 3-4 Esslöffel Meersalz vorbereitet. Sie stellen den Topf mit der heissen
Meersalzlösung vor den geschlossenen/verriegelten Kennel und decken den ganzen
Kennel inkl. dem dampfenden Topf mit einer Wolldecke zu. So lassen sie die
Katze ca. 10 Minuten den Dampf inhalieren. Dies können Sie täglich 2-3 Mal
anwenden. Sie werden sehen, Ihre Katze fühlt sich nachher wohl.
Die Behandlung eines an Herpes erkrankten Tieres ist in
einer Zucht besonders schwierig. Am Besten wäre es, Sie hätten die Möglichkeit,
die Katze zu separieren. Die Umgebung ist akkurat sauber zu halten und
regelmässig zu desinfizieren. Vor Verlassen des Raumes desinfizieren Sie sich
selbst, anschliessend die Kleidung wechseln. Bevor Sie nicht komplett
desinfiziert und gereinigt sind, keinen Kontakt zu Ihren anderen
Stubentigern!
Bei der Fütterung sollten Sie auf aromareiche und
geschmacklich intensive, breiige Nahrung mit hohem Kaloriengehalt achten. Immer
auf genügend Flüssigkeitszunahme achten, damit die Katze nicht dehydriert
(austrocknet).
Prävention und Kontrolle
Die Impfung RCP steht seit einigen Jahren zur Verfügung und
kontrolliert die Krankheit recht erfolgreich. Manchmal kann es jedoch nach
einer Impfung zu einer sogenannten Impfreaktion kommen. Um diese zu verhindern, denken Sie daran, die Katze vor allem die
Kitten nur dann impfen zu lassen, wenn sie absolut gesund sind. Jedes kleinste
Anzeichen eines Unwohlseins sollte Sie dazu veranlassen, den Impftermin zu
verschieben.!
Treten nach der Grundimmunisierung bei einer Katze leichte
Symptome einer Infektion auf (oft bereits kurz nach der Impfung manchmal auch
erst 6 – 7 Tage post Vakzination), kann
dies verschiedene Ursachen haben.
Mögliche Ursachen:
- Die Katze befindet sich bereits in der
Inkubation. (Einige Katzen sind hochgradig empfänglich für Infektionen, wenn
die maternalen Antikörper (Immunschutz über die Mutter) so ca. mit 6 Wochen nach der Geburt
abfallen)
- Der Impfvirus wird auf falschem Applikationsweg verabreicht
- Die Katze ist bereits durch eine andere Infektion (FELV, FIV, FIP,
etc.) immunologisch geschwächt
Impfeinbruch nennt
sich der Krankheitsausbruch im normal angegebenen Immunitätszeitraum, obwohl
die Katze erfolgreich geimpft wurde.
Mögliche Ursachen:
(Vorausgesetzt die
Vakzine war potent und wurde korrekt aufbewahrt und verabreicht).
- Eine bestehende Infektion z.B. FELV
oder FIV, während oder nach der Impfung.
- Viele Impfeinbrüche treten 6 Monate
post Vakzination auf. Es kann sein, dass die Immunität nachlässt und dann eine
hohe Antigendosis den gesunkenen Antikörperspiegel durchbricht.
- Ein anderes Agens (= wirkendes), das
NICHT in der Impfung enthalten ist, kann eine Erkrankung hervorrufen (z.B.
Chlamydia psittaci).
- Obwohl die meisten Impfungen FCV-Stämme
enthalten, die sicher kreuzreagieren, scheinen sie jedoch NICHT gleichmäßig
gegen ALLE FCV-Stämme zu schützen.
Massnahmen für
Zuchtbestände
- Routinemässige
Impfungen.
- Der Kontakt
gesunder Tiere mit Virusträgern z.B. Katzen, die in der Vergangenheit erkrankt
waren, ist zu vermeiden.
- Neuankömmlinge
sollten getestet und evtl. der zuvor beschriebenen Quarantäne unterzogen
werden.
- Möglichst
stressfreie Haltung der Tiere und für eine hygienisch tadellose Umgebung
sorgen.
- Keine
Zucht mit Katzen, die als Kitten eine respiratorische Erkrankung durchgemacht
haben!!!!
II.
Chlamydien-psittaci
Unter Züchtern
Chlamydien genannt, befällt dieser Erreger eher die Schleimhäute als die
Atemwege. Das Krankheitsbild wurde
früher als "Feline Pneumonitis" bezeichnet, obwohl eine Pneumonie
(=Lungenentzündung) meist überhaupt nicht auftritt. Chlamydien sind hochspezialisierte Mikroorganismen, die nicht
nur für respiratorische Erkrankungen verantwortlich sind, sondern auch für
Aborte (= Fehlgeburten) Blasen- und Nierenprobleme und Arthritis.
Epidemiologie
Die Krankheit ist vor allem ein Bestandsproblem! Chlamydien werden primär über direkten
Kontakt mit infektiösen Sekreten von Virusträgern und über kurze Distanz auch
über Tröpfcheninfektion übertragen. Sie
sind ausserhalb ihres Wirtes relativ instabil und können durch Alkohol und/oder
Desinfektionsmittel inaktiviert werden. Die Mikroorganismen werden
hauptsächlich über Schleimhautsekrete ausgeschieden. ACHTUNG: Ausscheidungen konnten noch 18 Monate NACH einer Infektion
nachgewiesen werden! Ebenfalls werde noch Monate nach der Infektion in Vaginal-
und Rektalabstrichen gefunden. Hat sich die Infektion erst einmal in einem Bestand ausgebreitet,
haben einige Tiere über Wochen mit Symptomen zu kämpfen. Rückfälle und
Neuinfektionen anderer Tiere sind häufig. Diese werden durch Stress noch
potenziert. Die Infektion hält sich in
Beständen vermutlich über einige Monate, wenn nicht Jahre!
Pathogenese
Die Inkubationszeit beträgt bis zu 14 Tage. Das auffälligste klinische Symptom ist eine
persistierende Konjunktivitis (dauerhafte Bindehautentzündung). Eine
begleitende Infektion mit Viren des Respirationstraktes (FHV-1, FCV) oder eine
Sekundärinfektion mit Bakterien oder Mykoplasmen kann zu einer schweren
Erkrankung führen. Im akuten Stadium liegen ausgeprägter seröser Augenfluss bis
zur völligen Verklebung der Augen durch Sekret vor. Die Schleimhäute sind stark
geschwollen und gerötet. Zuerst ist meist nur ein Auge betroffen, später
gewöhnlich beide. Manchmal können auch
geringer Nasenausfluss, Niesen und Husten auftreten. Im Anfangstadium auch
Fieber. Das Allgemeinbefinden ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht gestört. Im
fortschreitenden Stadium kann es zur Schädigung der Hornhaut kommen (d.h., die
Katze kann sogar erblinden). Eine schwere Entzündung dauert meistens 3 – 4
Wochen, leichtere Symptome können jedoch für Monate bestehen. Selbst bei
klinisch gesunden Tieren können immer wieder Rezidive (= Rückfälle)
auftreten. Chlamydien können den
Genitaltrakt infizieren und zu Fehlgeburten führen.
Diagnose
Am verlässlichsten erweist sich ein sorgfältig entnommener
Konjuktivalabstrich (auch aus dem Genitaltrakt!), der an ein Speziallabor versendet
wird. In einer Zellkultur lassen sich
die Mikroorganismen nachweisen.
Therapie
Tetrazykline waren das Mittel der Wahl. Neuerdings wird sehr
erfolgreich mit Zithromax therapiert. Sprechen Sie mit Ihren Tierarzt darüber.
Wichtig ist, dass ALLE Katzen im Haushalt GLEICHZEITIG
behandelt werden. Eine Behandlung mit Tetrazyklin dauert 3 – 4 Wochen,
mindestens jedoch bis zwei Wochen nach dem Abklingen der klinischen Symptome.
Theoretisch sind Tetrazykline bei trächtigen Katzen
kontraindiziert, da sie im Verdacht stehen, Zahnschäden bei Welpen
hervorzurufen. Dafür gibt es in der Praxis jedoch kaum Anhaltspunkte.
Impfung
Es gibt die Möglichkeit in Verbindung der RCP-Impfung auch
gegen Chlamydien zu impfen. Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt. Auch hier ist es
schon häufig zu Infektionen gekommen, deshalb ist die Vakzination etwas
umstritten.
III.
Bordatella-bronchoseptica-Infektion
Ursprünglich trat die Bordatella-bronchoseptica-Infektion
zusammen mit respiratorischen Erkrankungen in Tierversuchsanstalten mit hoher
Besatzungsdichte auf. Es hat den Anschein, dass Bordatella sowohl als primäres
als auch sekundäres Pathogen agieren kann. In welchem Zusammenhang es jedoch zu
respiratorischen Erkrankungen steht, ist noch unklar.
Pathogenese
- Fieber -
Nasenausfluss - Schwellung des lymphatischen Gewebes - Spontaner Husten
Die Symptome klingen
meistens nach 10 Tagen ab. Mischinfektionen mit Viren des Respirationstraktes
und Stressfaktoren wie:
- Absetzen - Zu
viele Tiere - Unzureichende
Hygiene - Schlechte Belüftung
können zu so schweren Verläufen führen, bis zu einer
Bronchopneumonie.
Diagnose
Ist sehr schwierig auf Grund der Mischinfektion, die
Isolierung der Bakterie ist jedoch aus oropharyngealen Abstrichen möglich.
Behandlung
Oxytetrazyklin oder Doxyzyklin
Epidemiologie
Die Infektion ist weit verbreitet, häufiger in Haushalten,
die schon eine respiratorische Krankheit durchlaufen haben. Einige seropositive
Tiere scheinen Langzeitträger von Bordatella zu sein. Die Übertragungswege von
Katze zu Katze sind noch nicht genau bekannt. Man muss jedoch davon ausgehen,
dass eine Übertragung vom Hund auf die Katze wahrscheinlich ist.
Prävention
Noch keine Impfung in Europa erhältlich, ansonsten siehe
Chlamydia psittaci.
IV. Mykoplasmose
Die genaue Rolle der Mykoplasmose bei
Respirationserkrankungen ist noch nicht geklärt. Unterschiedliche Spezies wurden bei Katzen isoliert. Meistens
waren es "Mykoplasma felis" und "Mykoplasma gatae". Das Krankheitsbild, das am häufigsten mit
einer Mykoplasma felis-Infektion einhergeht, ist eine Bindehautentzündung und
seröser Nasenausfluss. Die Symptome
vergehen innerhalb von 7 bis 10 Tagen. Antibiotika helfen im Allgemeinen
ausgesprochen gut.
Copyright by Cattery Pure Vitalitys, Ingrid Vitali,
2004