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Krankheiten ***
PKD
PKD-Polycystic Kidney Disease
erblich bedingte Nierenerkrankung
Polycystic
Kidney Disease ist eine vererbbare Nierenkrankheit, die in Perserkatzen
entdeckt wurde.
Über die Polyzystische Nierenerkrankung (PKD) wurde vereinzelt
seit 1967 in der Literatur berichtet, aber richtige Studien
zu dieser Nierenerkrankung begannen erst 1990. Eine betroffene 6
Jahre alte weibliche Perserkatze wurde mit
vergrößerten Nieren und Symptomen von Nierenversagen
an die Staatl. Universitätshochschule Ohio überwiesen.
Die Diagnose lautete letztendlich PKD. Mit den Nachkommen dieser
Katze wurde eine Kolonie gegründet
und die Forschung über den Krankheitsverlauf konnte beginnen.
Was bewirkt diese Krankheit bei Katzen?
PKD ist eine Krankheit die im fortgeschrittenen Alter sichtbar wird.
Zwischen dem 3. und 10. Lebensjahr treten
vergrößerte Nieren und Nierenfunktionsstörungen
auf. (Durchschnittsalter 7 Jahre). Dieser Zustand ist erblich bedingt
und die Zysten sind von Geburt an vorhanden - sind aber bei jüngeren
Tieren kleiner. Die Größe der Zysten kann zwischen
1 mm und mehr als 1 cm variieren. Ältere Katzen haben zahlreichere
und größere Zysten. Probleme entstehen,
wenn diese Zysten anfangen zu wachsen, zunehmend die Nieren vergrößern
und dadurch die Nierenfunktion beeinträchtigt
und reduziert wird. Das Ende bedeutet Nierenversagen. Einige der
klinischen Anzeichen sind Depressionen, fehlender
oder reduzierter Appetit, übermäßiger Durst, übermäßige
Urinabgabe und Gewichtsverlust. Ein auffallender Unterschied,
wann und wie schnell die einzelnen Katzen erliegen, besteht darin
wie schnell die Krankheit bei den einzelnen Tieren fortschreitet.
Es besteht aber die Möglichkeit, daß sich die Krankheit
spät im Leben der Katze entwickelt, so daß die Katze
aus anderen
Gründen stirbt, bevor die Nieren versagen. Wie auch immer,
wenn die Zysten anfangen zu wachsen und dadurch Probleme verursachen,
ist am Ende ein Nierenversagen sicher. Einige Zysten wurden auch
in anderen Organen
wie der Leber und der Gebärmutter gefunden.
Wie
ist PKD zu diagnostizieren?
PKD
ist mit einem Ultraschallgerät sehr einfach zu diagnostizieren
und somit kann man die Krankheit in einem sehr frühem Stadium
erkennen. Dies erfordert lediglich das Abrasieren eines kleinen
Streifens Haare am Unterleib und ein wenig Zeit zum Erkennen möglicher
Zysten. Mit der richtigen Ausrüstung und einem erfahren Arzt/Personal
kann dies schon im Alter von 8 Wochen erfolgen. Normalerweise ist
es so: je älter die Katze um so größer die Zysten
und um so einfacher sind diese zu entdecken.
Wenn die Katze annähernd 10 Monate alt ist, sind Ultraschalldiagnosen
bis zu 98% sicher.
Es sollte mit einem Ultraschallgerät von ca. 7,5 MHz und 256
Graustufen geschallt werden.
Erkundigen Sie sich vorher in Ihrer Tierklinik, ob ein geeignetes
Gerät vorhanden ist und ein Arzt dersich mit Ultraschall
und dem Krankheitsbild sehr gut auskennt.
Wie bekommt eine Katze PKD?
PKD ist keine ansteckende Krankheit. PKD ist ein Autosomal Dominantes
Gen, d.h. es zeigt sich erst,
sobald es vorhanden ist - sogar wenn es nur von einem Elternteil
vererbt wurde.
Man kann also sagen eine PKD freie Katze ist auch genetisch PKD
frei! Wenn die Katze PKD positiv ist, muß man unterscheiden,
ob sie heterozygous/mischerebig (das Gen von einem Elternteil geerbt)
oder homozygous/reinerbig
(das Gen von beiden Elternteilen geerbt) ist.
Wie
ist die Behandlung für diese Krankheit?
Es gibt keine spezielle Behandlung bei dieser Krankheit. Die Behandlung
ist ähnlich der Behandlungen von chronischem Nierenversagen
aufgrund anderer Ursachen. Die Behandlung beinhaltet eingeschränktes
Protein, reduzierte Diät
(jedoch unter Verwendung eines biologisch hochwertigen Proteins),
diätgemäße Phosphor-Beschränkung,
immer verfügbares frisches Wasser, Gebrauch von Phosphatbindern
und falls notwendig die Behandlung von Anämie.
Wie bringt ein Züchter PKD aus seiner Zucht?
PKD ist das Ergebnis eines "autosomal dominanten" Gens
und es ist daher relativ einfach aufzuspüren und auszuschließen.
Alle zur Zucht verwendeten Katzen sollten mit Ultraschall untersucht
werden um vorhandene Nierenzysten zu erkennen.
Es dauert nur einige Minuten mit keiner oder einer kleinen Narkose.
Wenn ein positives Ergebnis vorliegt und es möglich ist, dann
lassen Sie die Elterntiere testen.
Der einfachste Weg diese Krankheit zu eliminieren ist, die PKD positiven
Tiere zu kastrieren!
Mit mehr Studien und veröffentlichten Information über
diese Krankheit können Züchter und Tierärzte daran
arbeiten,
PKD-freie Zuchtprogramme zu erstellen. Auf diese Weise kann dieses
genetische Gesundheitsproblem ausgeschlossen werden.
Übersetzt
von Anschi Höfler und Ulrike Knüppel
Reprinted with permission, Cat Fanciers' Almanac, Volume 14, Number
10, February 1998
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HCM-Cardiomyopathien
Cardiomyopathien
sind krankhafte Veränderungen des Herzmuskels, die die Pumpleistung
des Herzens beeinträchtigen.
In fortgeschrittenem Stadium führen diese Veränderungen
zu tödlicher Erkrankung des Tieres oder zum plötzlichen
Tod durch allgemeines Herzversagen oder Thrombosen. Sobald äussere
Symptome auftreten, ist es erfahrungsgemäss bereits zu spät,
um die Lebensqualität und Lebensdauer der erkrankten Katze
noch entscheidend zu beeinflussen.
Die Lebenserwartung liegt dann noch bei einem halben Jahr oder deutlich
darunter.
Schätzungen gehen davon aus, dass 10 bis 15 Prozent unserer
Katzen von Cardiomyopathien betroffen sind.
Symptome
und Entstehung
Unabhängig von der Ursache haben alle Formen der Cardiomyopathie
die gleichen Symptome;
Atemnot, Appetitlosigkeit, Flüssigkeitsansammlungen in Brustkorb
oder Lungen.
Auch Bewegungsunlust oder Lähmungen können als Folge verringerter
Durchblutung oder der schon erwähnten Thrombosen auftreten.
Obwohl die Symptome generell eine Folge der verminderten Herzleistung
sind,
müssen zwei verschiedene Formen unterschieden werden.
Bei
der dilatativen Cardiomyopathie (DCM) ist der Herzmuskel dünner
und schlaffer als normal,
was die unzureichende Pumpleistung verursacht. Als Ursache gelten
altersbedingte Herzklappenfehler
sowie Taurinmangel, der beim heutigen Futterangebot eigentlich nicht
mehr auftreten dürfte.
Die
hypertrophe Cordiomyopathie (HCM) hingegen ist durch eine zu dicke
Herzwand gekennzeichnet.
Hier ist also nicht die Pumpleistung, sondern das geringere Volumen
der Herzkammer das primäre Problem.
Bei erkrankten Katzen wurden schon Herzwandstärken von elf
Millimeter gemessen; das ist etwa das Doppelte dessen,
was maximal als normal anzusehen ist. Das Wichtigste ist jedoch
die Tatsache, dass HCM in den meisten Fällen ererbt ist.
Es gibt einige wenige Grunderkrankungen, die zu den gleichen Symptomen
führen:
Aortenverengung, Bluthochdruck, Schilddrüsenüberfunktion
und Akromegalie.
Die hierdurch entstehende HCM führt auf Dauer zu einer Erschlaffung
des Herzmuskels. Sind die hier aufgeführten Erkrankungen durch
entsprechende Untersuchungen ausgeschlossen, ist von einer erblich
bedingten Ursache auszugehen.
Genetik
Zunächst das Erfreuliche. HCM ist, nach dem heutigen Stand
der Forschung, autosomal dominant erblich, d.h. es gibt bei Katzen
vermutlich keinen rezessiven Erbgang, der über Generationen
unbemerkt, plötzlich für böse Überraschungen
sorgt,
und auch keine geschlechtsgebundene Vererbung. Ein Tier ohne Befund
ist gesund und nicht Träger der Krankheit;
ein erkranktes Tier hat mindestens einen Elternteil, der Symptome
aufweist, und vererbt die Krankheit.
Das ist leider nur die reine Lehre und deshalb wird es jetzt etwas
komplizierter.
Beim Menschen wurden bisher über 100 Mutationen von sieben
Genen gefunden, die für HCM verantwortlich sind.
Diese Mutationen verändern die Proteinstruktur der Muskelfasern
des Herzens, was die Verdickung der Herzwand verursacht.
Der Wirkungsgrad dieser Mutationen auf das Krankheitsbild ist unterschiedlich.
Die Krankheit tritt zwar immer auf,
wenn sie genetisch vorhanden ist (vollständige Penetranz),
die jeweiligen Mutationen beeinflussen, aber die Ausprägung
und den Verlauf (variable Expressivität). Alle bisherigen Forschungen
legen den Schluss nahe, dass diese Erkenntnisse auch für unsere
Katzen gelten, auch wenn hier die betroffenen Gene noch nicht nachgewiesen
wurden. Aus den bisher über HCM
bei Katzen durchgeführten Studien ergibt sich kein Hinweis,
dass ein erkranktes Tier zwei gesunde Elternteile haben könnte,
d.h. der Erbgang ist auch bei den Katzen dominant bei vollständiger
Penetranz. Bei der Verpaarung von Katzen,
die beide von HCM betroffen sind, kommt etwa ein Drittel der Kätzchen
tot zur Welt, die überlebenden Tiere entwickeln
die Krankheit häufiger, früher und stärker als Tiere,
bei denen nur ein Elternteil betroffen ist.
Diagnose
Die einzige sichere Diagnosemöglichkeit ist derzeit eine Ultraschalluntersuchung,
dabei kann HCM auch schon vor dem
Auftreten von Symptomen nachgewiesen werden. Bei Routineuntersuchungen
bemerkte Herzgeräusche können ein Hinweis
auf das Vorliegen von HCM sein, ersetzen aber nicht den Ultraschall.
Da die Erkrankung bei der Geburt meistens nicht präsent ist,
sondern sich erst im Lauf der Zeit entwickelt, liegt der Zeitraum
für eine sichere Diagnose zwischen ein und fünf Jahren.
Das ist zwar eine grosse Zeitspanne, erklärt sich aber aus
den obigen Ausführungen zur Genetik von HCM.
Ausserdem gibt es noch rassespezifische Variationen, so entwickeln
betroffene Maine Coon Kater HCM zwischen zwei und zweieinhalb Jahren,
Maine Coon Katzen mit drei Jahren oder darüber, andere Rassen
erkranken deutlich früher.
Die Ursachen hierfür sind noch unerforscht.
Behandlung
und Prophylaxe
Eine Behandlung, die Lebenschancen und Lebensqualität deutlich
verbessert, gibt es nicht.
Zur Linderung der Beschwerden können Medikamente verabreicht
werden, die die Herzfrequenz vermindern,
sowie Aspirin als Thromboseprophylaxe. Diese Massnahmen sind an
die Humanmedizin angelehnt,
einen Nachweis der Wirksamkeit aus der Tiermedizin gibt es aber
wohl noch nicht.
Die
Aspirinbehandlung muss unter strikter tierarztlicher Kontrolle erfolgen,
eine unkontrollierte Behandlung durch die Halter
kann für das Tier tödlich enden. Angesichts dieses düsteren
Szenarios bleibt eigentlich nur eine konsequente Prophylaxe,
auch wenn diese zwangsläufig nur auf einen sehr kleinen Kreis
unserer Katzen beschränkt bleibt, schliesslich stammen die
meisten Stubentiger nach wie vor aus ungeplanten, unkontrollierten
Verpaarungen. Andererseits ist aber der Anteil der Rassekatzen
stetig im Wachsen begriffen, so dass den Züchtern schon deshalb
eine besondere Verantwortung zukommt.
Erste Massnahme ist natürlich der Ausschluss von Tieren mit
HCM aus der Zucht.
Dieses scheinbar so leichte Unterfangen wird allerdings erschwert
durch die lange Zeitspanne innerhalb derer HCM auftreten kann. Oft
genug waren scheinbar gesunde Tiere jahrelang in der Zucht, bevor
die Krankheit in Erscheinung trat.
In solchen Fällen muss ein verantwortungsbewusster Züchter
versuchen, die Besitzer seines Nachwuchses zu informieren
und zu einer Untersuchung zu veranlassen. Das gilt um so mehr, wenn
"verdächtige" Tiere an andere Züchter verkauft
wurden.
Auch wenn immer wieder
totgeborene oder früh verstorbene Kätzchen zu beklagen
sind, kann HCM im Spiel sein,
ebenso, wenn Tiere im "besten Alter" bei Stress oder Anstrengung
kollabieren oder gar sterben.
Auch wenn HCM rückwirkend ganze Zuchtprogramme zunichte machen
kann, ist der offene und ehrliche Umgang
mit dem Problem der einzige Weg. Dazu gehört auch der Blick
zurück, wenn sich z.B. plötzlich herausstellt,
dass ein Urahn des wertvollen Zuchtkaters HCMTräger ist. Sind
da noch Verwandte dieses Katers früh und unter ungeklärten
Umständen gestorben, ist Vorsicht und somit eine Untersuchung
angesagt.
Eine nicht minder wichtige Rolle kommt aber auch den Tierärzten
zu. Bei Forschern und Züchtern wird derzeit davon ausgegangen,
dass das wahre Ausmass von HCM nicht bekannt ist. Dem liegt die
Annahme zugrunde, dass bei Todesfällen
z.B. im Zusammenhang mit Routineoperationen selten nach der Ursache
gesucht wird.
Für den Besitzer ist es ein Unglück, eine Obduktion wird
nicht in Betracht gezogen.
Die Folge ist, dass Züchter, wenn sie überhaupt vom Tod
eines Kätzchens erfahren, die Todesursache nicht kennen,
folglich auch keine Konsequenzen ziehen können.
Hier kann der Tierarzt durch Aufklärung eine Mittlerrolle spielen
und die Bemühungen
verantwortungsbewusster Züchter unterstützen.
Nicht zuletzt ist dies aber auch ein Appell an die Katzenbesitzer,
den plötzlichen Tod einer Katze nicht auf sich beruhen
zu lassen. Natürlich ist es schwer, noch dem Verlust eines
Tieres und meist teurer Behandlung, sich auch noch für die
Obduktion zu entscheiden. Aber die Züchter sind auf diese Informationen
angewiesen, wenn sie gesunde, vitale Tiere züchten wollen.
Dies gilt im übrigen nicht nur für die hier geschilderte
Problematik.
Quelle. Katzen extra
8/99
Wricke Hofmann
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HD-Hüftgelenksdysplasie
Was ist es wirklich?
Hüftgelenksdysplasie ist ein verhältnismäßig
allgemeines Leiden bei Hunden, aber bis vor kurzem fast ungehört
in der Katzenwelt.
Es ist ein Defekt des Hüftgelenks, meistens spezifisch ein
Fehlen des Kopfstücks des Oberschenkelknochens
(oberer
Schenkelknochen) um genau in die Beckenpfanne, genannt Acetabulum
(ausgesprochen Ass-uh-tab-u-lum), zu passen.
Wenn der Abstand nicht eng genug ist, reiben die beiden Flächen
übermäßig gegeneinander, verursachen Schmerzen und
am Ende Osteoarthritis (akute/chronische Knochengelenksentzündung).
Wenn die Muskeln keine ausreichende Kraft haben,
den Abstand zwischen dem Acetabulum und dem Kopfstück des Oberschenkelknochens
beizubehalten, wird Dysplasie auftreten.
Wann
bemerke ich das Problem bei meiner Katze?
Hüftgelenksdysplasie ist nicht ab Geburt augenscheinlich, da
alle Jungtiere mit normalen Hüfgelenken geboren werden.
Das Gelenk besteht aus drei einzelnen Knochen, verbunden mit Knorpel.
Wenn das Jungtier heranreift, wird der Knorpel
allmählich durch Knochen ersetzt, bis ein festes Gelenk geformt
ist. Wenn das Jungtier in der Zeit des Stillens beginnt,
sich herumzubewegen und schließlich zu spielen, wird das Gewicht
die Muskeln, die versuchen den Oberschenkelknochen eng
in der Beckenpfanne zu halten, unter Spannung setzen. Wenn diese
Muskeln nicht mit der Knochenmenge gleich stark sind,
wird das Gelenk beginnen, sich zu verformen. Normalerweise wird
das Gelenk im Alter von sechs Monaten
empfindungsfähig und das Humpeln wahrnehmbar. Diese
Symptome brauchen nicht in Erscheinung zu treten,
bevor die Katze sechs oder sieben Jahre alt ist. Eine Widerwilligkeit,
Bewegungen auszuüben, ist normalerweise das
erste Anzeichen. Eine einigermaßen sichere Diagnose ist ab
einem Alter von 24 Monaten möglich.
Welche
Rassen sind am anfälligsten dafür?
Dieser Defekt ist augenscheinlich bei großen schwerknochigen
Tierrassen, kann aber bei jeder Rasse vorkommen.
Es ist offensichtlicher bei sehr schwerknochigen Rassen, weil das
geringere Verhältnis von Muskeln zu Knochen dem Kopfstück
des Oberschenkelknochens erlaubt, sich aus der Hüftpfanne zu
drehen und schließlich verursacht,
die Pfanne zu verformen und kleinere Splitterbrüche auftreten.
Dieses zeigt sich dann in lähmendem Schmerz und Humpeln. Bei
leichteren Rassen, mit einem höheren Verhältnis von Muskeln
zur Knochenmenge, bewegt sich das Hüftgelenk nicht so viel
herum und deshalb treten diese Verletzungen
und Deformationen nicht oder viel weniger heftig auf.
Das bedeutet nicht, daß der Defekt nicht vorhanden ist, nur
weil biomechanisch das geringere Gewicht weniger Beanspruchung
des Gelenks verursacht. Deshalb wird allerdings die Beckenpfanne
nicht abgenutzt und verformt.
Wir können bei Katzen vermuten, daß Siamesen potentiell
weniger wahrscheinlich die Symptome von Dysplasie zeigen würden
als Perser, Maine Coon oder andere sehr schwere Katzenrassen.
Dysplasie kann vorhanden sein, wird aber nicht nach außen
gezeigt, wenn die Katze leicht genug gebaut ist,
so daß das Gelenk nicht beansprucht wurde.
Genetische
Faktoren
Die genetischen und umgebungsbedingten Faktoren, die Dysplasie mit
sich bringen, sind noch nicht vollständig erörtert,
besonders weil der Defekt in der tierärztlichen Katzenliteratur
so selten identifiziert wurde. Die Faktoren enthalten das
genetische Erbe der abflachenden Beckenpfanne oder eines deformierten
Oberschenkelhalsknochens, die Physik der
Verteilung des Gewichts und der Stärke der Muskeln, welche
die Bewegung der Beine kontrollieren.
Es ist kein einzelnes Gen, welches für die Hüftgelenksdysplasie
verantwortlich ist.
Statt dessen gibt es allmähliche eine Anhäufung von genetischen
Faktoren.
Wenn Katzen mit einigen geringfügigen Abflachungen der Beckenpfanne
zusammen verpaart worden sind, beginnen sich mehr Faktoren anzuhäufen.
Die nächste Generation wird einige Jungtiere zeigen, die vollkommen
frei sind, einige mit einigen
geringfügigen Abflachungen wie die Eltern und einige mit einer
größeren Abflachung.
Dieser Verlauf ist so gefährlich, daß allmählich,
bis das starke Hinken auftritt, der Züchter keine Ahnung haben
wird,
daß er nach und nach das Skelett und die Muskulatur mit jeder
Generation verändert hat.
Wenn der Defekt einen variablen Ausdrucksgrad von milder bis schwerer
Dysplasie hat,
muß die Aufklärung des Defekts ein notwendiger Prozeß
sein.
Wie
kann meine Katze auf HD untersucht werden?
Ein erfahrener örtlicher Tierarzt schickt Röntgenaufnahmen
von allen Subjekten, die für den Defekt anfällig sind,
an die Hüftgelenksdysplasie-Registrierungsstelle, um von einem
orthopädischen Spezialisten für Tiermedizin gelesen und
beurteilt
zu werden. Ein Grad von Dysplasie wird festgesetzt und eine Bescheinigung
an den Eigentümer geschickt.
Dieses System ist nicht leicht zu überlisten, weil jedes Tier
eine Nummer in einem Hauptregister erhält.
Der Grad der Dysplasie wird in 7 verschiedenen Kategorien festgehalten
- excellent, good, fair, borderline, mild, moderate, severe. Eine
Katze sollte nur dann zur Zucht eingesetzt werden, wenn einer der
ersten drei Grade festgestellt werden kann.
Gibt
es eine Behandlung?
Es gibt keine Behandlung für diese Krankheit, welche die gesamte
normale Funktion wiederherstellen würde.
Die Behandlung, die am häufigsten empfohlen wird, ist eine
chirurgische Hüfttransplantation. In dieser Operation wird
der Kopf
des Oberschenkelknochens entfernt und eine nichtrostende Stahlprothese
an den Stumpf angeheftet oder angeschraubt.
Dieses Verfahren versagt oft nach einem Jahr oder mehr. Noch vor
kurzem hatten einige Tierärzte Erfolg mit dem einfachen Entfernen
des Kopfstückes des Oberschenkelknochens. Auf diese Weise wird
die Schmerzquelle ausgesondert.
Das ist außerdem sehr viel preiswerter und erfordert weit
weniger postoperative Pflege als eine Hüfttransplantation.
Obwohl es schrecklich klingt, hält die existierende Muskulatur
den verbleibenden Stumpf des Oberschenkelknochens an der
richtigen Stelle, was relativ schmerzfreie Bewegung erlaubt, obwohl
nicht länger mit gerader Haltung.
Manchmal kann das Entfernen unbedeutender Muskeln, Pectineus Myotomy
(operative Muskeldurchtrennung) genannt, helfen.
Einige Medikamente vermindern die Schmerzen, bei älteren Tieren,
8 - 10 Jahre alt, hilft oft eine Einschränkung
der Bewegung bei der Verringerung der Schmerzen.
von
Colleen Power ("Persian News", 06/92), übersetzt
von Chris Braun ("Our Cats", 10/98), ergänzt durch
Stefan Groenveld (9/99)
Augenkrankheiten
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Für welche Infektionen ***
*** gibt es Impfschutz
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Tollwut
Die
Tollwut wird durch ein weltweit verbreitetes Virus hervorgerufen
und verläuft immer tödlich. Empfänglich sind alle
warmblütigen Tierarten, Vögel und auch der Mensch. Die Infektion
erfolgt in der Regel durch den virushaltigen Speichel
beim Biss eines erkrankten Tieres (in Deutschland vor allem des
Fuchses), eine Ansteckung über Hautwunden ist jedoch
ebenfalls möglich. Da auch der Mensch gefährdet ist, gelten für
die Tollwut in Deutschland veterinärpolizeiliche Bestimmungen. Gesetzlich
anerkannt ist der Impfschutz, wenn Hunde und Katzen vor mindestens
vier Wochen, längstens jedoch vor
einem Jahr gegen Tollwut geimpft wurden. Für ungeimpfte Hunde und
Katzen kann die Behörde schon bei Verdacht einer Ansteckung, zum
Beispiel nach Kampf mit einem Fuchs in einem tollwutverseuchten
Gebiet, die sofortige Tötung anordnen.
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Katzenschnupfen
Schnupfen
ist nicht immer harmlos. Besonders ganz junge Kätzchen oder ältere
geschwächte Tiere erkranken meist sehr
schwer an dieser Infektion der oberen Luftwege. Todesfälle sind
bei schweren Verlaufsformen nicht selten.
Der Katzenschnupfen stellt keine einheitliche Erkrankung dar. Verschiedene
Viren, vor allem Herpes- und Caliciviren,
aber auch einige Bakterienarten können ihn hervorrufen. Die Erreger
werden durch Niesen, Husten und mit dem Speichel weiterverbreitet
und so von Katze zu Katze übertragen. Deshalb besteht in größeren
Katzenbeständen
(Katzenpensionen, Tierheime) eine besonders hohe Ansteckungsgefahr.
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Katzenseuche
(infektiöse Panleukopenie, IPL)
Die
Katzenseuche wird von dem kleinsten aller in der Tierwelt bekannten
Viren, dem felinen Panleukopenievirus, ausgelöst,
das mit dem Virus der Hundeparvovirose verwandt ist. Sie ist eine
hoch ansteckende, fieberhafte (40° C bis höher als 41° C)
und verlustreiche Erkrankung vor allem der Jungtiere. Neben der
Ansteckung durch direkten Kontakt mit einer infizierten Katze besteht
auch die Möglichkeit einer indirekten Übertragung (siehe oben).
Erste Anzeichen einer Erkrankung sind Müdigkeit, Futterverweigerung
und häufiges Erbrechen, das von unstillbarem, flüssigem und stinkendem
Durchfall abgelöst wird.
Im weiteren Verlauf kommt es dann zu einem charakteristischen Abfall
der weißen Blutkörperchen (= Panleukopenie)
mit der Folge einer Abwehrschwäche.
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Ansteckende Brust- und Bauchfellentzündung
(Feline infektiöse Peritonitis, FIP)
Die
FIP zählt mittlerweile zu den wichtigsten infektiösen Todesursachen.
Der Erreger, ein Coronavirus, wird durch direkten
Kontakt mit einer infizierten Katze über die Maul- und Nasenschleimhaut
auf ein gesundes Tier übertragen. An FIP erkranken
vor allem junge Katzen. Tiere in einem Mehrkatzenhaushalt, einer
Zuchtstätte oder einem Tierheim sind stärker gefährdet als
einzeln gehaltene Wohnungskatzen. Bei der Erkrankung lassen sich
zwei Formen unterscheiden: die sogenannte „feuchte“
mit der Ausbildung von Ergüssen in Bauch- und/oder Brusthöhle und
die „trockene“, bei der es zur Entzündung verschiedener
Organe kommt. Beide Formen können auch gemeinsam auftreten. Entsprechend
vielgestaltig sind die klinischen Symptome.
Die FIP kann nicht behandelt werden!
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Katzenleukämie
(Leukose)
Das
„Feline Leukosevirus“, kurz FeLV, hat sich für seine Vermehrung
auf Zellen des blutbildenden Systems von Katzen
spezialisiert. Die Aufnahme des Virus erfolgt über die Nasen-Rachen-Schleimhäute
durch direkten Kontakt mit einer virusausscheidenden Katze. Anfällig
für eine Erkrankung sind junge, chronisch kranke, geschwächte und
alte Tiere.
Das Virus kann einerseits Blutzellen zu einem unkontrollierten,
krebsartigen Wachstum veranlassen, wodurch es zur Geschwulstbildung
in Leber, Niere, Milz oder Lymphknoten kommt und/oder es verursacht
eine Verschiebung in der Zusammensetzung des Blutes zugunsten der
weißen Blutzellen. Drei Viertel der erkrankten Tiere sterben jedoch
an anderen,
nicht krebsartigen Erkrankungen. An erster Stelle steht hier die
Blutarmut (=
Anämie).
Die Behandlung erkrankter Tiere ist aussichtslos und eine Heilung
nicht möglich.
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